29 Videos

Load more

2 Tapes

Load more

19 similar artists

Load more

291 Followers

Load more

Learn more

Untergrund-Soldat Friedrich Kautz hat einen langen Atem. Seit gut 15 Jahren macht er nun Musik, obwohl er lange Zeit unter dem Radar fliegen musste. Prinz Pi, das war schon immer der hyper-produktive, eigensinnige Untergrund-Typ mit den Texten, die schlauer waren als die der Konkurrenz. Ausgezahlt hat sich das erst relativ spät, die Top 10 der deutschen Charts erreichte er erst 2011 mit „Rebell Ohne Grund“. Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits ein gutes Dutzend Alben, einige EPs und Mixtapes veröffentlicht. Knappe zwei Jahre später folgte dann (endlich) die Krönung: Mit „Kompass Ohne Norden“ stieg Pi auf Platz 1 der Album-Charts ein und es ließ sich nicht mehr wegdiskutieren: Der ewige Underdog schwimmt mittlerweile im selben Becken wie die Großen des Hip Hop. Keine Liebe Keine Frage, Prinz Pi hat sich in den vergangenen Jahren enorm weiterentwickelt. Schon alleine der Name. Als er sich damals, mit Anfang Zwanzig, noch Prinz Porno nannte, waren die Themen (Frauen, Gesellschaft, Konsum, Verschwörungstheorien) zwar schon zu großen Teilen dieselben wie in den letzten Jahren, doch die Herangehensweise war eine andere. Inszenierte er sich damals in seinen Videos noch als rotzfrecher Anfang-Zwanziger, der zwar seine Erfahrungen verarbeitete, aber vor allem auch die Rap-Konkurrenz wegbattlen wollte, so ist Prinz Pi heute der vornehme Elder Statesman des deutschen Hip Hop. In diesem Fall darf man es wohl sagen: Friedrich Kautz ist erwachsen geworden. Man vergleiche nur mal das Video zu „Heißkalt“ (aus seiner Zeit als Prinz Porno) mit dem Clip zu „Glück“. Hallo Musik! Ein Unikat, ein besonderer Künstler war Prinz Pi schon früh. Zu verdanken hat er dies wohl in erster Linie seinem durchweg nerdigen Wesen, das auch seine Videos und Artworks zu stets visuell ansprechenden Angelegenheiten macht. Als er mit „!DonnerwetteR!“ sein erstes „richtiges“ Album veröffentlichte, erschien dieses unter anderem in einer Deluxe-Version mit drei CDs und einem dicken, von Kautz selbst gestalteten (er ist studierter Grafiker) Booklet. Neben dem Album und einigen Bonustracks bekam der Käufer auf der dritten CD ein gerapptes Fantasy-Hörspiel zu hören, in dem Pi die Geschichte des deutschen Rap kreativ zusammenfasste. Für „Neopunk“ kuratierte und gestaltete Prinz Pi eine Kunst-Ausstellung, für „Kompass Ohne Norden“ gar ein über 100 Seiten starkes Logbuch, in dem er die Entstehung des Albums dokumentierte. Diese Detailverliebtheit ist es, die auch die Songs von Prinz Pi so stark macht. Kaum jemand vermag es in deutscher Sprache Emotionen so klar und schön auszudrücken wie Prinz Pi. Insbesondere dieses Talent für großartige Texte macht ihn zu einem zeitlosen Künstler, der uns hoffentlich noch lange erhalten bleiben wird.