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You Are The Ocean

by Lemonwood

Published 2015, Duration 4:05

Lemonwood

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Silvester 2003 in einem Bauernhaus an der Elbe: Justus ist 12 Jahre alt und versucht zu schlafen, doch die Isomatte ist hart und die Erwachsenen tanzen unten zu lauter Musik. Neben ihm liegt ein Mädchen. Sie sieht aus wie eine Fee. War das Bier alkoholfrei? Es ist ja schon um 3. All die betrunken Erwachsenen lachen und schreien und das klingt wie das Leben, das bald kommen wird. Da erklingt ein Song – schwere, einfache Klavierakkorde, diese herzzerreißende Stimme und dann der Refrain. Die Erwachsenen singen schmetternd mit und alles verschwimmt. Dabei träumt er doch noch gar nicht. Das möchte er auch. Er wird eine Band gründen und alles wird verschmelzen: Hoffnungen, Träume, Menschen. Gut 10 Jahre später – Sommer – selber Ort: Vier junge Männer sitzen oben unter dem Dach an ihren Instrumenten und einem Aufnahmegerät. Es ist zwar schon eine Weile dunkel, doch lange sind sie noch nicht wach. Wie lange sie schon hier sind wissen sie nicht so genau, aber es sind wohl schon ein paar Tage – die verschmolzen sind zu einem Raum. Tage mit Nächten und andersherum. Salo zählt ein und das Haus wackelt in allen Farben. Ein großes breites Grinsen steht im Raum. Das Delay hinter Alex Gitarre fliegt aus dem Fenster und tanzt mit den Vögeln. Wie tropisch doch die Vögel singen können nachts in der Prignitz. Paul spielt Bass und die Töne werden zu satter Erde, auf der schon bald Bäume wachsen könnten. Jemand muss mal ins Kaminzimmer, Holz nachlegen. “Hey Leute, kommt mal runter, da ist ein Zitronenwald vor unserem Fenster!” Die Musik läuft sowieso weiter – so geht das schon die ganze Zeit, kann man gar nichts mehr gegen machen. Und das wollen sie auch nicht, denn das hier ist eine Mission und ein Traum, und alle träumen ihn zusammen. Er wird weitergehen – in dem Bauernhaus, in Berlin, und am besten überall. “Weißt du noch letztes Jahr, das Festival?”, fragt Salo und Paul legt die Zitrone bei Seite, auf der er gedankenverloren einem Fluss gefolgt war. “Oh ja.”, antwortet er plötzlich klar. “Die Bar war viel zu hoch für mich, aber ich mochte die Farben!” Es war auch Sommer damals und man kann es, wenn man so will, als eine Art Urknall bezeichnen. Alex und Justus waren ein wenig über das Festivalgelände gewandert, hatten darüber gesprochen, wie gut es doch ist, hier zu sein: “Man muss immer dran denken, genug zu trinken.” Auf einer großen freien Wiese war eine Bar – so ein improvisiertes Holzgebilde mit zwei Etagen und einer überdachten Terrasse aus alten Brettern, mit ganz vielen Lichterketten und so Zeug. Dort gab es Zitronenlimonade. Paul und Salo standen schon da und sangen irgendein Lied von den Stone Roses. Sie waren wahrscheinlich beide betrunken. Kurze Zeit später bestellte Justus vier Zitronenlimonaden bei dem Mädchen hinterm Tresen in einem Feenkostüm und man kam ins Gespräch. Schnell wurde klar, dass aus dieser Begegnung eine Band hervorgehen sollte, die sich musikalisch auf der Insel zugehörig fühlt mit einer unbestreitbaren Tendenz zu einem früheren jetzt. Von ihrem neuen Schicksal beseelt verfolgten ihre Blicke den Sonnenuntergang und die Bässe, wie sie sanft über das Gras donnerten, ohne dass es zerbrach. “Du wolltest meine letzte Zigarre!”, sagt Paul. “Hast du sie mir gegeben?” , fragt Salo, von der Frage aus seinen Gedanken gerissen. “Weiß ich nicht mehr!” Sagen wir einfach ja. Wie es wirklich war, wer kann das schon sagen. Im Bauernhaus an der Elbe geht die Sonne inzwischen langsam wieder auf. In den kommenden Tagen und Nächten werden sie noch weiter musizieren, Songs aufnehmen und alles wird verschmelzen. Die kommenden Monate werden sie auf verschiedene Reisen verschlagen und Träume träumen lassen auf ihrer ganz eigenen Mission. Und schließlich werden sie im Sommer 2015 ihre erste Doppelsingle “You Are The Ocean / Kinky & Kind” auf Radio Transmission Music veröffentlichen.

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