
Das Interface des
Musik-Web-
TVSenders
tape.tv
(oben links)
ist
bewusst extrem
simpel
gehalten, die
Intelligenz steckt
unter der Haube.
Kunden können
passend zum Inhalt
der
Musikvideosanimierte Werbeinhalte
schalten.
Hier läuft beispielsweise
dieFKK-Kampagne
von dug
debitel zu einem
Musikvideo
mit viel
nackter Haut
(untere Reihe)
|
tape.tv
Personalisiertes Musikfernsehen im Web
Insgesamt drei Trends sieht Conrad
Fritzsch, Gründer des Musik-Web-TVSenders
tape.tv, derzeit im Web: Globalisierung,
Digitalisierung, Individualisierung.
"MTV hat auf Globalisierung
gesetzt, die anderen Entwicklungen
aber verschlafen", sagt er. "Der Sender
setzt seine amerikanischen Shows hierzulande
ein. Das ist eine Missachtung
der Zielgruppe", sagt Fritzsch. Diese
Nische möchte erfüllen: "Wir haben einen
personalisierten Web-TV-Sender
geschaffen, der schon mit einem Klick
funktioniert. Heute gibt es 20 000 Künstler
mit Neuerscheinungen und mehr
als 17000 Musikvideos. Wir wollen die
Leute damit nicht alleine lassen."
Bei dem ersten Besuch sieht man
auftape.tv zwar zunächst irgendeinen
Clip aus den Charts, aberschon bei der
ersten Auswahl starten Algorithmen,
die im Hintergrund nach ähnlichen Videos
suchen und so das Angebot auf
ihn zuschneiden. "Wir legen pro Musikvideo
30 Items fest und erreichen damit
eine hohe Individualisierung. Die
Leute lieben zwar Musik, wollen sich
aber nicht damit beschäftigen. Deswegen
schlagen wir passend zum Geschmack
automatisch Stücke vor", so
Conrad Fritzsch.
Entsprechend einfach und reduziert
ist die Benutzeroberfläche von tape.tv,
die Applikation im Hintergrund aber
umso intelligenter. "Gute Produkte sind
individuell in der Anwendung, aber
klar und ganz simpel bedienbar", so der
Tape.tv-Betreiber. Ein weiteres Qualitätsmerkmal
und - neben der Bildqualität
- eine Abgrenzungzu Portalen wie
YouTube: Die Vorschläge für passende
Videos basieren auf dem Wissen einer
Redaktion und nicht der Community. "Das wäre zu unscharf', betont Fritzsch.
Der Erfolg von Tape.tv spricht für sich:
Das Start-up legte im letzten Jahr einen
kometenhaften Aufstieg hin.
Nun soll Tape.tv auch für Werbetreibende
die ideale Plattform werden.
"Die nächste große Währung im Web
ist die Verweildauer. Wir haben mit derzeit
26 Minuten bei 200000 Unique
Usern extrem lange Werte", erläutert
Conrad Fritzsch. Zum Vergleich: Websites
ohne Videoinhalte erreichen im
Schnitt zwischen 30 und 60 Sekunden.
Werbeformen, wie man sie bisher aus
dem Fernsehen oder auch von Webvideos
kennt, sieht er ausgesprochen
kritisch: "Die klassische TV-Werbeinsel
ist in das Netz nicht übertragbar und
kann getrost zu Grabe getragen werden.
Die Verbraucher lassen sich nicht
übertölpeln und wenn sie keine Lust
auf Werbung haben, wird es auch
nichts. Die Werbepartner brauchen einen
neuen Kanal." Er bietet ihnen sogenannte
360 Motion Ads an: Während
ein Musikvideo läuft, wird - meist
passend zum Inhalt - eine Animation
im Leeraum des Browserfensters eingeblendet
Keine Wartezeiten, kein Vorfilm,
die Werbung wird zur freiwilligen
Sache: "Der User kann darauf klicken,
wenn er Lust dazu hat", so Fritzsch.
Offenbar haben das eine ganze Menge,
denn die ersten Werbeschaltungen
erzielten enorme Klickraten. svg |