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  New Business 04/09


tape.tv-Geschäftsführer
Conrad Fritzsch will sich
mit der Gema einigen

Musik im Netz

"Die Tarife der Gema sind nicht zeitgemäß"

Der Lizenzstreit zwischen Youtube und der Verwertungsgesellschaft Gema, voraufhin die Video-Plattform mehrere Tausend Musikclips sperren ließ, war eines der bewegenden Themen der letzten Tage. Welche Auswirkungen hat dieser Konflikt auf den gesamten Online-Musikvideomarkt? 'new business' sprach mit Conrad Fritzsch, Geschäftsführer der im Juli 2008 gelaunchten Musik-Platlform Tape.tv, Berlin.

nb: Herr Fritzsch, sehen Sie in dem Streit zwischen Gema und Youtube eine generelle Bedrohung des Online-Musikvideomarktes?
Fritzsch: Nein, auf keinen Fall. Die Gema und YouTube werden sich mittelfristig über ein sinnvolles Modell einigen. YouTube ist für die Musikindustrie und die Künstler zu wichtig, als dass die Gema hier an keiner Einigung interessiert sein könnlte.
nb: Wie beurteilen Sie die aktuellen Gebührenforderungen der Gema?
Fritzsch: Die aktuellen Tarife der Gema sind durch den starken Wandel des Mediums Internet und den daraus resultierenden Veränderungen des Medienwandels nicht zeitgemäß.
nb: Wäre in so einem Fall Ihr Geschäftsmodell gefährdet?
Fritzsch: Ja natürlich. Wenn die Berliner BVG Bahntickets auf einmal für 8.000 Euro verkaufen würde, wäre dieses Geschäftsmodell auch gefährdet.
nb: Wie sieht die Vereinbarung zwischen Tape.tv und der Gema aus?
Fritzsch: Schon vor Sendestart begann ein reger Austausch zwischen Tape.tv und der Gema. Beide Parteien sind daran interessiert, ein passendes Tarifmodell zu finden,
das den Künstler angemessen entlohnt und das auch zu erwirtschaften ist. Da Tape.tv
den Usern kostenlos individualisiertes Musikfernsehen bietet, bei dem sie pre-programmed Inhalte bekommen, unterscheidet es sich stark von anderen
usergenerierten Content-Portalen wie YouTube. Tape.tv ist kein On-Demand-Dienst, sondern bietet Fernsehen im Netz. Dafür existiert zurzeit kein Gema-Tarif.
nb: Könnte es auch bei Tape.tv zu einem ähnlichen Konflikt mit der Gema kommen?
Fritzsch: Nein, zurzeit sehen wir kein Konfliktpotenzial, da unsere Verhandlungen von gegenseitigem Verständnis geprägt sind und zusätzlich wie viele andere auch Tape.tv ein
Mitglied der Bitkom geworden ist.
nb: Welches Vereinbarungsmodell, das für beide Seiten akzeptabel ist, würden Sie vorschlagen?
Fritzsch: Tape.tv zeigt zwar weniger Videos als YouTube, bietet aber schon eher die Möglichkeit, Musikfernsehen im Netz auch für die Musiker als Verdienstmöglichkeit zu nutzen. Da dies auch irn Interesse der Gema liegt, wird sich da sicher
eine adäquate Vereinbarung finden. (mm)

   
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